20 März 2008

Gut in Deutschland angekommen

Ihr lieben BLOG-ger!

Einen herzlichen Gruß aus der europäischen Zeitzone und noch aus Wuppertal.
Ich wünsche Euch ein gesegnetes Osterfest!
- Jesus starb für uns
- ist wahrhaftig auferstanden
- und kommt bald wieder!
Maranatha – FREUT EUCH!

Aus einigen Emails las ich eine gewisse Unsicherheit, ob man mich noch unter der ecuadorianischen Email erreichen kann. Das möchte ich hier mit noch einmal bestätigen.
Wunderbare Technik. Von jedem Email-Anschluss in Deutschland kann ich meine Post über HCJB in Quito abrufen. Die automatische Rückantwort ist nur eine Information für die HCJB-Hörer, dass ich nicht in Quito bin und auch keine Briefe an die Redaktion beantworten kann.
Wenn Ihr also private Zeilen schreiben möchtet oder Rückfragen wegen Diensten im Rahmen der Deutschen Missionsgemeinschaft habt, schreibt bitte weiter an:

irausche@hcjb.org.ec

Ich bin in Quito sonst für die Hörerpost zuständig und da kommt es mir ganz natürlich, dass ich Kommentare aus den Briefen für meine Sendungen aufarbeite. So möchte ich auch einen frischen telefonisch erhaltenen Vorschlag direkt aufgreifen und wieder was von Max Junior berichten. Der Kommentar war, doch wieder mal was von Max zu zeigen, diese Bitte kam mir also sehr gelegen.

Ich vermisse meine achte Beine in Quito. Doch Cecilia versicherte mir am Telefon, dass alles bestens in Haus und Hunde-Kinderstube bestellt ist. Max und Tussi bekamen von mir zum Abschied je eine alte Socke mit Hausduftnote geschenkt und ich hoffe, dass sie mich so nicht so schnell vergessen.


Mit lieben Grüßen aus NRW von Eurer Reisetante Iris

Hier die 2000 Worte sprich die Fotos: Max Junior schon fast 4 Monate alt und noch mal die beiden Schlawiner Tussnelda von Oppermann mit Rüde Maximoto Junior.
Tussi und Max:
Hier also Max der Süsse - Maximoto JR - Mäxchen oder wie auch immer ...

... also nicht vergessen: irausche@hcjb.org.ec - :)

12 März 2008

Foto der Thermen-Anlage von Esther Neufeld -Mitten in einem alten Vulkankrater,
der vor 2000 Jahren nach dem Ausbruch verlosch. Von daher die heißen Quellen.

Ihr Lieben
, ich kann es doch nicht lassen. Hier die letzte "letzte Nachricht"!

Ein paar Fotos muss ich doch noch über den blog schieben.
Morgen den 13.3. fliege ich über Miami - London nach Düsseldorf. Die Koffer sind gepackt - die Post beantwortet und das Büro aufgeräumt. Letzt Woche haben wir noch 2 Tage Urlaub genommen und sind nach Papallacta zu den heißen Quellen gefahren. Wir das waren: Katja und Axel Jeroma, Esther Neufeld und ich. Von Max und Tussi musste ich auch noch letzte Bilder machen ... so hier die Auswertung der letzten Tage in Bild ohne viel Worte.
Wenn ihr mich in Quito besucht, können wir den Ausflug auch für Papallacta planen. Lohnt sich!!!
Vielleicht auf ein baldiges oder späteres Wiedersehen in Deutschland,
Eure Iris

PS - Nachrichten könnt Ihr auch abrufen unter:
www.andenstimme.org - online hören oder lesen - oder auf der ersten Seite direkt bestellen. Dann kommen wöchentlich die Nachrichten mit dem Kommentar automatisch frei Haus.
Abbestellen ist auch ganz einfach, falls es dann irgendwann mal reicht ;)


Fotos Esther Neufeld: PS - Leider gibt es Probleme beim Bildhochladen. Ich versuche es in Kürze nachzuholen. Doch will ich deshalb jetzt nicht den Text löschen.
Maxbilder und Papallactabilder drohen euch noch ;) Bis denn!

3. Versuch: Bilder - immer noch Erfolglos ...

05 März 2008

NewsPlus 060308

Liebe Freunde auf dem BLOG!
Nun bin ich doch noch mal mit den Nachrichten zu finden.

In dieser Woche kam schlechte Kunde von Ecuador und Kolumbien nach Europa. Beide Länder liegen im Clinch wegen eines nicht abgesprochenen Einsatzes des kolumbianischen Militärs auf ecuadorianischem Staatsgebiet. Dabei wurde ein führendes Mitglied der kolumbianischen Rebellen-Organisation FARC getötet. Wie die diplomatische Krise ausgeht, ist bis zur Stunde völlig offen.
Ein Thema sind weiterhin die Überschwemmungen im Land. Damit beschäftigt sich auch der Kommentar von Eckehart Wolff.
Axel Jeroma hat zudem weitere Nachrichten für Sie bereitgestellt.

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Nachrichten am 6. März 2008

Hilfsmaßnahmen in Überschwemmungsgebieten angelaufen
Menschen an der Küste bekommen tatakräftige Unterstützung: In den von schweren Überschwemmungen heimgesuchten Gebieten Ecuadors ist in der vergangenen Woche eine Reihe von Hilfsmaßnahmen angelaufen. Zahlreiche Länder wie Spanien, Peru, Chile und die Vereinigten Staaten schickten Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete. Auch ecuadorianische Organisationen sind vor Ort. Sie verteilen Lebensmittel und leisten medizinische und technische Hilfe. Dazu zählt auch das Missionswerk HCJB. Die Bilanz des Hochwassers ist erschütternd. Der Sachschaden beträgt Schätzungen zufolge rund eine Milliarde US-Dollar. 265.000 Menschen mussten aus ihren Häusern und Wohnungen evakuiert werden.

Ecuador bricht Beziehungen zu Kolumbien ab
Militäreinsatz löst schwere Krise aus: Ecuador hat Anfang der Woche die diplomatischen Beziehungen zu seinem nördlichen Nachbarn Kolumbien abgebrochen. Der Grund ist die Ermordung des Rebellenführers Raúl Reyes durch die kolumbianische Armee auf ecuadorianischem Staatsgebiet. Die Militäraktion war vorab nicht mit Ecuador abgesprochen gewesen. Einer Entschuldigung seitens der kolumbianischen Regierung folgten schwere Vorwürfe an Ecuador. Das Land arbeite mit den FARC zusammen, hieß es aus Bogotá. Die Regierung Ecuadors wies die Vorwürfe zurück.

Keine Entlassungen bei Siemens in Ecuador
Aufatmen bei Siemens-Mitarbeitern: Der Elektronikkonzern wird in Ecuador keine Stellen abbauen. Dies teilte der hiesige Geschäftsführer der Siemens-Niederlassung, Leonardo Gómez mit. Siemens beschäftigt in seinem Werk in Ecuador derzeit rund 100 Mitarbeiter. Weltweit will der Konzern in diesem Jahr bis zu 3800 Stellen streichen, 2000 davon in Deutschland.

Fluggesellschaften protestieren gegen hohe Gebühren
Energischer Widerstand: Die ecuadorianischen Fluggesellschaften haben gegen die hohen Steuern und Gebühren in Quito protestiert. Der Flughafen der Hauptstadt zähle zu den teuersten in ganz Amerika, sagte Antonio Salvador, der Präsident der Vereinigung der ecuadorianischen Fluggesellschaften vorige Woche der Presse. Vor allem kleine Fluglinien sehen sich dadurch in ihrer Existenz bedroht. Die Gesellschaft Icaro muss monatlich allein 33.000 Dollar an Steuern an die Flughafengesellschaft zahlen. Aus diesem Grund überlegt Icaro, ihre Flüge vom 80 Kilometer entfernten Flughafen in Latacunga aus abzuwickeln. Weitere Gebührensteigerungen, vor allem im Zusammenhang mit dem Neubau des Flughafens in Quito, würden die Fluggesellschaften an die Kunden weitergeben, sagte Antonio Salvador, Präsident der Fluggesellschaften-Vereinigung.

Sixto Vizuete zum Nationaltrainer befördert
Von der Übergangs- zur Dauerlösung: Der bisherige Interimstrainer Sixto Vizuete ist seit voriger Woche offiziell Cheftrainer von Ecuadors Fußball-Nationalmannschaft. Nach der Absage von Wunschtrainer Hernan Darío Gomez war zuletzt alles auf eine Beförderung von Sixto Vizuete hinausgelaufen. Die Ernennung Vizuetes wurde jedoch von einer schlechten Nachricht überschattet. Edison Mendez, der Mittelfeldstar Ecuadors in Diensten des holländischen Erstligisten PSV Eindhoven, erklärte seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Er begründete seinen Entschluss damit, dass er nicht mit der Ernennung Vizuetes zum Nationalcoach einverstanden sei. Er hätte sich einen international erfahrenen Trainer gewünscht.

Stark bewölkt, jedoch weitgehend trocken
Zum Schluss wie immer der Blick aufs Wetter: Weitgehend trocken war es in der vergangenen Woche im Andenhochland. Aus dem meist stark bewölkten Himmel fielen nur vereinzelte, mitunter jedoch kräftige Schauer. Der Regenschirm bleibt auch in den nächsten Tagen ein wichtiges Utensil für die Bewohner Ecuadors. Für März und April sind landesweit weitere kräftige Regenfälle vorausgesagt.



Kommentar am 6. März 2008 - Dr. Eckehart Wolff

Land unter heißt es seit Wochen in Ecuador. Und es scheint, als ob die Katastrophe jeden Tag schlimmere Ausmaße annimmt.

Zwei Küstenprovinzen Ecuadors stehen nahezu komplett unter Wasser. Überall werden Erdrutsche gemeldet, die die Straßen der Küstenregion verschütten. Das Land scheint nicht zur Ruhe zu kommen. Jetzt wurde für alle 24 Provinzen Ecuadors der Ausnahmezustand ausgerufen. Das bedeutet, dass das Militär überall zur Hilfe eingesetzt wird.

War es bis vor kurzem das Gebiet um den Vulkan Tungurahua, der ganze Dörfer mit Asche bedeckte, Ernten vernichtete, Menschen zur Evakuierung zwang, so hat sich die Lage dort beruhigt. Wir von HCJB waren vor wenigen Tagen in einem Lager für Evakuierte, betreuten sie medizinisch und konnten uns überzeugen, dass für sie viel getan wird. Die Regierung gibt ihnen Lebensmittel, vor allem Gemüse und frisches Obst. Sie bewirtschaften teilweise noch ihre Felder, schlafen aber sicherheitshalber in neu errichteten Holzhütten, etwa acht Kilometer Luftlinie vom Vulkan entfernt - den "staubproduzierenden Schlot" immer vor Augen.

Nein, derzeit leiden die Menschen an der Küste durch den anhaltenden Dauerregen am meisten. Den gibt es zwar jedes Jahr in der Regenzeit, aber selten war die Lage so schlimm wie 2008. Anfang des Jahres wurde der Reis gesetzt. Jetzt steht er seit Wochen unter Wasser und verfault. Für eine Ernte müssen neue Pflanzen gezogen werden. In die Kakaoplantagen fahren die Menschen mit Booten, um die Früchte zu ernten, bevor das Wasser sie erreicht. Aber wo sollen die Früchte trocknen, wie sonst auf dem Zementboden der Höfe oder am Straßenrand? Denn nur die getrockneten Bohnen der Kakaofrucht bringen Geld. Ecuador ist zudem Exportweltmeister bei Bananen. Aber auch da muss derzeit oft mit Booten "geerntet" werden.

Viele Häuser in den Küstenprovinzen stehen auf Stelzen. Manche dieser Stelzen sind nicht hoch genug gewesen. Häuser wurden fortgeschwemmt. In anderen Häusern steht das Wasser bis zum zweiten Stock. Man sieht überall Menschen, die ihre Habe auf Fahrrädern oder Booten wegbringen. Das Militär und der Zivilschutz helfen den Menschen beim "Umzug". Hunderte von Massen-Notunterkünften bestehen auf der "Anhöhen". Die ecuatorianische Küste weist jedoch nur wenig Gefälle auf. Das Wasser fließt daher nur langsam ab, es ist braun von der mitgenommenen Erde. Wasserpflanzen gedeihen darin prächtig. Vielerorts grünt es durch solche Pflanzen. So sieht die Lage vom Flugzeug aus oft gar nicht so schlimm aus. Doch was man nicht sieht: Die Bewohner waten bis zur Brust im Wasser und wehe dem, der dabei "die Straße verfehlt". Er landet im Straßengraben und da heißt es schwimmen, um zu überleben.

Aber nicht nur die Wasserpflanzen gedeihen bestens. Auch Krankheiten wie das Denguefieber und die Malaria nehmen deutlich zu. Menschen klagen über Hautkrankheiten. Überall beißen die Millionen von Moskitos ihre Opfer. Derzeit sind viele Teams aus allen Teilen des Landes dabei, den Menschen zu helfen. Eine Welle der Solidarität zeigt sich. Menschen spenden Lebensmittel, helfen praktisch im Gesundheitswesen - so auch HCJB mit mehreren Gruppen. Auch internationale Hilfe ist am Anrollen, aus der EU, aus Japan, aus den USA:

Ecuador hat verschiedene Klimazonen. Wettermäßig am stabilsten ist es derzeit im Oriente, dem Ostteil des Landes. Das Hochland tritt nun ebenfalls in eine Regenperiode ein. Heftige Gewitter mit Eisregen und Hagel suchen derzeit die Hauptstadt Quito und Umgebung heim. Doch das ist nichts Ungewöhnliches im Hochland, wenn auch hie und da Schlammlawinen die Straßen unpassierbar machen und Häuser auf wenig befestigen Abhängen zum Einsturz bringen. Überschwemmungen gibt es auch in anderen Ländern Südamerikas. In Bolivien steht das Amazonastiefland unter Wasser, und im Osten Perus regnet es heftig.

Und im Mai und Juni erwarten die Menschen im Oriente Ecuadors "die Sintflut" - wie jedes Jahr. Das werden auch hier Straßen verschüttet sein und die Bäche sich in reißende Flüsse verwandeln. Dann wird es im Hochland Ecuadors Sommer werden und an der Küste staubig und trocken. Man kann sich keine größeren Unterschiede vorstellen in einem Land wie dem unsrigen. Während man an einem Ort in Freuden lebt, bricht wenige Kilometer weiter die nächste Katastrophe aus. Und was machen die Vulkane zwischendurch? Deren "Regenzeit" unterliegt anderen Naturgesetzen.

Notstand und Grenzkonflikt in Ecuador


Beim Lebensmittelverladen - Foto P.Acosta (links)


Auf diesem Wege verabschiede ich mich erst einmal aus Quito - es wird mein letzter blog Eintrag aus Quito sein.
Bleibt aber bitte dran - ich schaue mich in Deutschland um, wie ich wieder online sein kann.
Doch hier eine wichtige Nachricht, die ich euch nicht vorenthalten möchte.



Hier ein News Flash aus unserer Notstand-Region in den Anden:

In den letzten Wochen haben wir unter dem Äquator gefroren. Seit Mitte Januar regnet es in Ecuador. Hier im Hochland holen wir dann Schirm und Jacken aus dem Schrank. An der Küste jedoch haben die andauernden Regenfälle schwere Überschwemmungen verursacht. Mehr als 20 Menschen sind ertrunken. 13.000 leben in Notunterkünften und Zelten. Hunderttausende von Ecuadorianern sind von der Katastrophe betroffen. Am 20. Februar rief die Regierung den Notstand für das gesamte Land aus.

Gemeinsam mit andern Organisationen bringt unser Missionswerk HCJB praktische Hilfe. Radiohörer und Gemeinden spenden Geld und Lebensmittel. Auf dem Missionshof vor dem deutschen Büro sortieren Freiwillige an langen Tischen die Hilfsgüter in große Tüten, von deren Inhalt eine Familie eine Woche lang leben kann. Der Transport ins Überschwemmungsgebiet ist schwierig. Schlammlawinen und zerstörte Brücken und Strassen unterbrechen den Verkehr.
Am Freitag fuhr ein Team von Ärzten und Krankenschwestern in das Katastrophengebiet. In den nationalen Krankenhäusern dort waren längst die Medikamente ausgegangen. Unser Kollege Hermann Schirmacher (DMG) ist in diesen Tagen vor Ort. Er berichtet, dass Helfer von verschiedener Kirchen und Organisationen eng zusammenarbeiten, um den betroffenen Menschen zu helfen. (www.hschirma.blogspot.com)
Hilfe wird noch eine lange Zeit nötig sein. Wir müssen mit dem Ausbruch von Epidemien rechnen. Nach Angaben der Meteorologen sollen die Regenfälle noch bis April anhalten.
Wir sind dankbar für Unterstützer und den starken Eurokurs. Ich weiß, dass mit der finanziellen Hilfe über die DMG "Nothilfe Ecuador" die Menschen auch Gottes Liebe erfahren.
Pedro Acosta ist zur Zeit an der Küste und arbeitet zusammen mit der Gemeinde vor Ort und "Extreme Responce". Es finden Ermutigungsgottesdienste, Evangelisationen und auch Verteilen der Hilfsgüter statt. Ich telefonierte kürzlich per Handy mit ihm. So traurig es ist, aber er sagte, dass durch die Kathastrophen Menschen bereit werden, ihr Leben Gott anzuvertrauen. In der Not suchen sie Gott. Hier existiert ein merkwürdiges Konzept: "Ich leide (Krankheit), also zahle ich meine Schuld bei Gott ab - wenn ich viel Leide (wie bei Kathastrophen), dann wird Gott mir den Eingang in die Ewigkeit nicht verwehren können." Als ob ich ein Recht durch "Schicksalsschläge" auf den Himmel und die Gnade Gottes hätte.
Pedro kann den Menschen an der Küste anhand der Bibel und den Aussagen Jesu schwarz auf weiß zeigen, dass JEDER Busse tun muss und umkehren muss, damit er durch Jesus zum Vater kommen kann und in die Herrlichkeit. Für viele ein Aha-Erlebnis und die Rettung.

Gleichzeitig erleben wir im Grenzkonflikt mit Kolumbien eine politische Krise. Das Nachbarland hat bei der Bekämpfung der FARC-Terroristen seine Militäraktion auf ecuadorianischen Boden ausgeweitet und somit die nationale Territorialhoheit verletzt. Diplomatische Beziehungen wurden abgebrochen. Ecuador und Venezuela zogem Truppen an der kolumbianischen Grenze zusammen.
Wir beten, dass es nur bei einem Wortgefecht bleibt und sich die Krise nicht zum Krieg ausweitet.

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Wer spenden möchte für diese Hilfseinsätze, kann sich an mich wenden, oder an die DMG eine Überweisung mit dem Vermerk "Nothilfe-Rauscher-Acosta" machen.
Ich werde sehen, wie ich es dann auf direktem Wege nach Ecuador bekommen. Informationen zu den Konten auf: www.buchenauerhof.de - siehe link auf der ersten Seite links.

Mit herzlichen Grüßen noch aus den Anden, Eure Iris

03 März 2008

Heureka

HEUREKA

Ihr Lieben auf dem blog,
an ALLE ein herzliches Dankeschön für´s mitsorgen und vielleicht auch für das Mit-BETEN. Ich habe alle meine Unterlagen aus dem Email wieder zurück. Ein schlauer Kopf bei HCJB hatte aber auch einige Nüsse zu knacken und schüttelte immer wieder den Kopf vor meinem Komputer.
Aber: Dank dem Herrn, dem Ingenieur und Euch - ich habe wieder meine Dokumente -
(Daten - Adressen - das noch auszudruckende E-Ticket für den Flug in der nächsten Woche ... )
Mal sehen wie ich es in Deutschland schaffe, mich mindestens einmal in der Woche über den blog zu melden.
Es kommt wohl auch die Computer-Verbindung an und ob ich dort wo ich gerade stecke die richtige Steckdose finde.

Noch aus Quito, einen lieben Gruß aus Quito

Eure Iris
- die sich freut, wie die Frau aus der Bibel, die ihre Münze wieder gefunden hat -

28 Februar 2008

NewsPlus 280208

Herzliche Grüße aus den immer noch verregneten Anden.
Man könnte glauben die Äquatorsonne wäre ausgewandert. Die Überschwemmungen an der Küste sind heftig.Wir frieren hier nur, haben aber nicht das Wasser bis zum Hals und im Wohnzimmer stehen. So will ich nicht klaren - sondern nur informieren.

HCJB global hat jetzt einige Einsätze gestartet um den Menschen vor Ort zu helfen. Hier bei HCJB werden Lebensmittel gesammelt, die dann auch verteilt werden. Viele haben alles verloren - Haus - Tiere - Land bei Erdrutsch - oder das Leben - oder Angehörige.

Wo mir gerade das Wasser bis zum Hals steht ist die Tatsache, dass beim Verschieben der ganzen Email-Korrespondenz mit allen Daten, Email Adressen und Terminen bis einschliesslich 21.12. verschwunden ist. Da bekomme ich wirklich kalte Füsse. Mal sehen, ob ein schlauer Mensch den Emails und archivierter Korrespondenz auf die Schliche kommt.

Bisdahin schicke ich jetzt einfach mal die Nachrichten aus Ecuador.

Die Redaktion hatte wieder Axel Jeroma.

Ein Dankeschön an dieser Stelle an Axel für seine gute Arbeit.
Mit herzlichen Grüßen aus der Mitte der Welt,

Eure Iris


Foto: Marco Schaa


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Nachrichten am 28. Februar 2008

Notstand in Ecuador ausgerufen

Hohe Schäden durch Überschwemmungen: Weitere schwere Regenfälle haben in Ecuador Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Allein die Einbußen für die Landwirtschaft werden
von staatlichen Stellen auf 161 Millionen Dollar beziffert. Über 300.000 Menschen mussten wegen der Überschwemmungen in den vergangenen Tagen ihre Wohnungen verlassen und
vorübergehend in Notunterkünfte ziehen. Das genaue Ausmaß der Schäden wird sich jedoch erst ermitteln lassen, wenn das Wasser zurückgeht. Als eine Folge der Überschwemmungen prophezeien Wirtschaftsfachleute bereits jetzt steigende Lebensmittelpreise in Ecuador. Das dürfte auch Exportgüter wie Bananen oder Kakao betreffen.

Wirtschaftskrise in Amerika reicht bis nach Ecuador

Weniger Geld für ecuadorianische Familien: Die Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten bekommen auch viele Familien in Ecuador zu spüren. Der Grund: Zahlreiche Ecuadorianer, die in den USA als Tagelöhner oder auf andere Weise geringfügig beschäftigt sind, verdienen deutlich weniger und können kaum noch Geld in die Heimat schicken. Darauf machte in der vergangenen Woche die Tageszeitung „El Comercio“ aufmerksam. In einigen Fällen kommen bei den Angehörigen in Ecuador bis zu 300 Dollar weniger im Monat an, als vor der Krise in den USA. Das reißt immense Löcher in manche Haushaltskasse. Denn 300 Dollar sind für viele Ecuadorianer mehr als ein Monatslohn.

Galapagos-Inseln setzen ganz auf erneuerbare Energien

Ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2015 wollen die Galapagos-Inseln ihren Strom ausschließlich mit Hilfe erneuerbarer Energien erzeugen. Das verlautete aus Kreisen der Regionalverwaltung der
Inseln. Ein Großteil der Energie soll durch Windparks an der Küste gewonnen werden. Zudem setzt man auf Fotovoltaikanlagen und Generatoren, die ausschließlich mit Biodiesel betrieben werden. In den nächsten Jahren sollen über zehn Millionen Dollar in den Bereich der erneuerbaren Energien investiert werden.

Vulkan Tungurahua soll Touristen anlocken

Chance statt Schrecken: Die Stadt Baños will den Vulkan Tungurahua als zentrales Element in ihr neues Tourismus-Konzept einbauen. Bislang schreckte der Tungurahua mit seinen Ausbrüchen hauptsächlich Urlauber ab. Das soll sich nach den Überlegungen der Touristiker der Region um Baños bald ändern. Sie möchten geführte Nachtwanderungen in die Umgebung des Vulkans anbieten. Die Besucher sollen dabei die Eruptionen und die ausströmende Lava als Naturschauspiel und nicht als Bedrohung wahrnehmen. Mit weiteren Attraktionen wie Canyoning oder Rafting sollen zusätzliche Gäste in die hauptsächlich wegen ihrer Thermalquellen berühmte Stadt Baños gelockt werden.

Wunschtrainer Gomez sagt Ecuador ab
Keine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Hernan Darío Gomez wird nicht Trainer der ecuadorianischen Fußball-Nationalmannschaft. Das sagte der Kolumbianer in der vergangenen Woche dem ecuadorianischen Verband und anschließend der Presse. Damit beendete er die Spekulationen über eine Rückkehr nach Ecuador. Gomez hatte Ecuadors Fußball-Nationalelf zur WM 2002 geführt. 2004 war er nach der verpatzten Südamerika-Meisterschaft zurückgetreten. Als Favorit auf den Posten gilt nun Interimstrainer Sixto Vizuete. Ins Spiel gebracht wird zudem Gabriel Perrone, aktuell Trainer des ecuadorianischen Erstligisten Deportivo Cuenca.

Nachlassende Niederschläge im Andenhochland
Zum Schluss wie immer der Blick aufs Wetter: Die schweren Regenfälle im Andenhochland wie auch im übrigen Ecuador haben etwas nachgelassen. Allerdings gehen die Meteorologen davon aus, dass die Niederschläge bis April etwa 40 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegen werden. Weitere Überschwemmungen in den nächsten Wochen schließen die Wetterexperten daher nicht aus.

In Lateinamerika ist am Sonntag eine Ära zu Ende gegangen.
Der kubanische Staatschef Fidel Castro gab nach 49 Jahren die Macht an seinen Bruder Raúl ab. In unserem Kommentar der Woche erinnert Eckehart Wolff an einige Etappen des politischen Wirkens von Fidel Catstro.
Nach 49 Jahren an der Macht hat der dienstälteste Staatschef der Welt die Regierungsgeschäfte abgegeben. Der 81-Jährige, geistig noch voll auf der Höhe, hatte den Kampfanzug wegen einer Darmerkrankung schon länger gegen den Trainingsanzug eingetauscht. Eine Ära geht zu Ende. Nachfolger wurde sein Bruder Raúl Castro, der seit Fidels Krankheit schon seit fast 2 Jahren die Staatsgeschäfte provisorisch leitete.
Dahinter wartet eine jüngere Führungsmannschaft. Man ist gespannt, wie der Wechsel ausfallen wird. Fidel Castro, geboren 1931 als unehelicher Sohn des Einwanderers Ángel Castro und seiner Köchin Lina Ruz ist seit dem 01. Januar 1959 erster Mann in Cuba, als der Diktator Bastida ins Exil flieht. Schon sechs Jahr zuvor macht er sich einen Namen, als eine Gruppe von Revolutionären eine Kaserne in Santiago de Cuba angreift. Der Cup gelingt nicht. Die Kommunisten fliehen ins Ausland, kommen aber drei Jahre später wieder. Diesmal schaffen sie es, das Volk für sich zu gewinnen.
Der Sozialismus wir zur Staatform. Damit beginnt aber auch eine lange Zeit der Isolierung der Insel. 1962 wir Kuba aus der Organisation Amerikanischer Staaten ausgeschlossen. Dafür zeigen die Russen Interesse an einer Militärbase 73 km südlich von Florida. Immer wieder gibt es Versuche von Exilkubanern, durch Invasion und Hilfe von Außen, eine Gegenrevolution durchzuführen. Die wohl spektakulärste, die Invasion in der Bucht von Cochinos, beendet Fidel Castro als Kommandant höchstpersönlich. Das macht ihn zu einem noch größeren Helden.
Cuba übersteht nicht nur die Isolation. Es geht ideologisch zum Gegenangriff über und entwickelt ein Sendungsbewusstsein. Der Sozialismus wird nach außen getragen. Che Guevara aus Argentinien, enger Gefährte Castros, reist durch Südamerika. In Argentinien ist Eva Perón eine Vorreiterin des Sozialismus, 1971 kommt Salvador Allende in Chile an die Macht. In Bolivien und
vielen anderen Ländern gärt es in sozialen Fragen.
Kommunistische Kollaborateure sind unentwegt im Lande und wiegeln die armen Landarbeiter gegen die Großgrundbesitzer auf. In Kolumbien entstehen die Untergrundsbewegungen der
Guerillas. In Argentinien, Chile und Bolivien kommt es zu rechten Diktaturen als Gegenreaktion. Che Guevara kommt schließlich in Bolivien um. Aber Kuba gibt sich nicht geschlagen. Tausende
Cubaner engagieren sich in Afrika, hauptsächlich in Angola. Ruhiger wird es erst, als die Sowjetunion zusammenbricht. Die Hilfe von außen wird weniger. Jetzt kämpft Cuba mit
wirtschaftlichen Problemen. Der sozialistische Elan lässt nach, aber das Regime sitzt weiter fest im Sattel.
Aus westlicher Sicht ist Cuba eine rückständige Insel, die Menschen sind arm und leben in einem Zwangssystem. Es wird Zeit, dass sich da etwas ändert. Aus lateinamerikanischer Sicht sieht die Sache jedoch anders aus. Das Gesundheitssystem Cubas ist nach wie vor Vorbild. Cuba nimmt in seine Spezialkliniken nach wie vor jährlich eine gewisse Zahl Patienten aus anderen Ländern Südamerika zur Behandlung auf. Die Medizin ist dort bezahlbar, und Cuba verhilft aso auch anderen Ländern zu bezahlbaren Preisen. Viele Studenten, etwa aus Ecuador, studieren Medizin in Cuba. Die Ausbildung ist praktisch und gut. Cuba ist in vielem heute noch Vorbild und alles andere als ein verschlossenes Land.
Anders wiederum die Sicht aus den USA. Dort wartet man auf das Ende der Ära Fidel Castro, um dann die "Freie Markwirtschaft und die Demokratie" einzuführen. Viel Druck, ja Mordversuche auf Fidel sind fehlgeschlagen. Für die Menschen in Cuba wäre eine plötzliche politische Öffnung der Anfang vom Chaos. Sie sind auf solche Änderungen nicht vorbereitet. Es würde zu Mord und Totschlag führen. Dass Cuba sich ändern muss und wird, darin sind sich alle einig. Aber es sollte eine Änderung in Schritten sein. Vorbild könnten dabei China oder Vietnam sein. Auch wenn es dort alles andere als gerecht zugeht, ist doch der Übergang gesteuert und nicht ganz so abrupt. Wird das Cuba gelingen oder ist der Druck der Exilkubanern in Florida zu groß? Ihr Einfluss ist nicht zu unterschätzen und sie sind zahlreich. Es gibt eine Anekdote die Folgendes besagt: Wenn die US-Amerikaner die Guantanamo-Bucht an Cuba zurückgeben, werden auch die Kubaner Miami an die USA zurückgeben. Da ist viel Wahres dran.

21 Februar 2008

NewsPlus 220208


Ihr Lieben!

Heute kommen wieder kühle Nachrichten aus dem Lande des Äquators. Ein Dankeschön an Axel Jeroma und Eckehart Wolff für die Ausarbeitung. Währnd wir hier nur frieren bei Regen geht es bei dem Hochwasser an der Küste schon regelrecht an die Existenz der Leute. Aber ... hier die Nachrichten.
Einen lieben Gruß aus den Anden von Iris

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Nachrichten am 21. Februar 2008 - Redaktion Axel Jeroma

Diskussion um Meeresgrenze zwischen Peru und Ecuador
Anfrage abgelehnt: Ecuador will kein neues Abkommen über den Verlauf seiner Meeresgrenze zu Peru unterzeichnen. Eine entsprechende Bitte der Regierung aus Lima lehnte Ecuadors Außenministerin Isabel Salvador in der vergangenen Woche ab. Sie hält zwei bestehende Abkommen aus den 1950er Jahren für ausreichend. In der Vergangenheit war es zwischen beiden Ländern mehrfach zu Konflikten wegen des Grenzverlaufes gekommen. Anfang 1995 hatte es deswegen sogar einen einmonatigen Krieg zwischen beiden Andenstaaten gegeben.

Lage am Tungurahua hat sich entspannt
Alarmstufe rot aufgehoben: Die Lage rund um den Vulkan Tungurahua hat sich entspannt. Die Behörden haben inzwischen die höchste Alarmstufe abgeschwächt. Die Tätigkeit im Innern des Berges ließ am Samstag merklich nach. Es trat keine Lava mehr aus. Und auch die Asche-Emissionen schwächten sich ab. Vor allem durch den Ausstoß von Asche durch den Tungurahua in den vergangenen Wochen sind rund 13.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche unbrauchbar geworden.

Ecuador und Venezuela vertiefen Beziehungen
Gegenseitige Unterstützung vereinbart: Venezuela und Ecuador wollen künftig in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit noch enger zusammenarbeiten. Das wurde nach einem Staatsbesuch von Ecuadors Außenministerin Isabel Salvador vergangene Woche bei Venezuelas Präsident Hugo Chavez bekannt. Außerdem will Ecuador die venezolanischen Bemühungen um die Freilassung weiterer Geiseln der kolumbianischen Rebellen-Organisation FARC unterstützen.

Neuer Flughafen in Quito soll 2010 fertig sein
Erste Starts und Landungen für Oktober 2010 geplant: Der Bau des neuen Flughafens in Ecuadors Hauptstadt Quito geht voran. Verantwortlich für den Bau ist ein Konsortium aus Kanada. Wie einer dessen Sprecher vorige Woche in Quito mitteilte, werden in das Projekt rund 600 Millionen US-Dollar investiert. Dafür erwirbt die kanadische Firmengruppe eine Konzession von 30 Jahren am neuen Flughafen Quiport.

Mitte der Welt will attraktiver werden
Umbaumaßnahmen an der Äquatorlinie: Das beliebte Touristenziel Mitad del Mundo, auf Deutsch: Mitte der Welt, soll attraktiver gemacht werden. Das Projekt gehört zu einem umfassenden Modernisierungsplan, der die gesamte Region um die Hauptstadt Quito einschließt. Pro Jahr kommen rund 850.000 Besucher nach Mitad del Mundo. Deren Kritik ist jedoch meist vernichtend, wie von Tourismusexperten zu hören war. Der Großteil der Besucher findet das Areal schlicht und ergreifend langweilig. Viele Touristen machen deshalb nur schnell ein Foto, das sie mit je einem Bein auf beiden Erdhablkugeln zeigt, und ziehen dann weiter. Demnächst soll der Komplex Mitad del Mundo unter anderem mit naturwissenschaftlichen Einrichtungen aufgewertet werden. Einen konkreten Zeit- und Finanzplan für den Umbau gibt es jedoch noch nicht.

Zehntausende Menschen leiden unter Überschwemmungen
Weiter Land unter in Ecuador und Bolivien: Zehntausende Menschen in den Küstenregionen Ecuadors und Boliviens haben nach wie vor unter heftigen Überschwemmungen zu leiden. Viele Familien mussten ihre Häuser verlassen. Etliche Straßen waren nach Erdrutschen unpassierbar. Boliviens Präsident Evo Morales macht derweil die Industrienationen mitverantwortlich für die Schäden. Sie betrieben mit ihrer Politik Raubbau an der Umwelt. Und die Zeche dafür zahlen müssten die armen Leute in Staaten wie Bolivien, kritisierte Morales.

Ausländische Fußballer spielen ohne gültige Papiere
Kicker ohne Arbeitsvisum: 42 der 60 ausländischen Profis haben voriges Jahr ohne gültige Papiere in Ecuador gespielt. Das ecuadorianische Arbeitsministerium bestätigte einen entsprechenden Medienbericht vom vergangenen Sonntag. Demnach verfügten die 42 Erstligaspieler lediglich über Touristenvisa. Damit darf man in Ecuador jedoch keiner geregelten Arbeit nachgehen. Die betroffenen Vereine haben inzwischen eingeräumt, keine Arbeitsvisa beantragt zu haben. Sie begründeten dies damit, dass die Spieler in der Regel nur zwischen vier und sechs Monaten im Land bleiben. Für Visa-Verstöße dieser Art droht in Ecuador eine Geldstrafe von 2000 Dollar. Das Arbeitsministerium wies die Einwanderungsbehörde an, die Visa der ausländische Fußballer künftig genauer zu kontrollieren.

Dichte Wolken und teils kräftige Schauer
Zum Schluss wie immer der Blick aufs Wetter: Viele Wolken und teils kräftige Schauer gab es in den vergangenen Tagen im Andenhochland. Mit dem Regen gingen auch die Temperaturen merklich zurück. Sie lagen tagsüber meist deutlich unter der 20-Grad-Marke. Das hatte Auswirkungen auf die Wahl der Kleidungsstücke: Statt T-Shirt und Polo-Hemd waren nun wieder verstärkt Pullover und Poncho gefragt.


Kommentar von Eckehart Wolff am 21. Febrauar 2008

Wovon lebt ein Privatdetektiv in Quito?
Sie bieten als erfolgreiche Firmen ihre Dienste in den Gelben Seiten der Telefonbücher an, aber ihre Büros sind dunkle Zimmer in Hinterhöfen und nicht an den Hauptstraßen der Stadt. Ihre Kunden sind in erster Linie Privatpersonen. Erst an zweiter Stelle kommen Banken, die Kreditpreller suchen oder Geschäfte, die auf weitere Kreditrückzahlungen warten. Die meisten Kunden, die hier auftauchen sind Ehepartner, die den Verdacht hegen, der andere Partner sei untreu. Das ist ca 80% der Arbeit eines Privatdetektives hier in Ecuadors Hauptstadt.
80 bis 150 Dollar kostet ein Detektives pro Tag. Hauptarbeitszeiten sind der Morgen, wenn der Ehepartner aus dem Haus geht. Was tut er in der Mittagspause und besonders nach Feierabend? Dann wird fotografiert oder gar gefilmt, um Beweismaterial an der Hand zu haben. In Gebäude einzudringen, etwa in Motels, ist streng verboten und oft gar nicht nötig. Als Beweis genügen Fotos des neuen Pärchens. Im Durchschnitt ist ein Detektiv drei Tage für einen Fall tätig. Dann ist meist der Beweis erbracht.

Ehebruch war in Ecuador bis zum 10. Juli 1983 ein Straftatbestand, der allerdings selten geahndet wurde. Lediglich der betrogene Ehepartner ging straffrei aus oder bekam Strafmilderung, wenn er die beiden in flagranti ertappte und dann entsprechend reagierte: die beiden verprügelte bis hin zum Mord. Auch diese Zeit ist vorbei.
Ehebruch ist auch in Ecuador so alt wie es Menschen hier gibt. Von der Kultur des Machos her gibt es bestimmte angestammte Rechte des Mannes. Der Macho ist der schwache Mann, der unter der Fuchtel seiner Mutter den starken Helden spielen muss. Die Ehe ist dahin, aber wenn man Großgrundbesitzer oder sonst reich ist, muss der Schein gewahrt werden. Da sind amouröse Abenteuer an der Tagesordnung. Wenn dann so ein Macho in hohem Alter stirbt, hat so manche "Orginalfamilie" Angst, wer da alles auf der Beerdigung erscheint und Besitzansprüche anmeldet. Denn wo der Mann sein Geld ausgibt, das weiß bis zu seinem Tode nur er allein. Hierzulande haben wir bestimmte sprachliche Begriffe für solche Kinder. "Niños legítimos" sind die Kinder aus der offiziellen Ehe. "Niños políticos" sind die aus den Seitensprüngen, die der Vater offiziell anerkennt, die dann auch seinen Familiennamen tragen dürfen. Und schließlich sind da noch die Kinder, die er nicht offiziell anerkennt. Sie haben nur einen Nachnamen, den der Mutter und tragen diesen Makel durch ihr ganzes Leben.
Wie tief eheliche Untreue in dieser Kultur verwurzelt ist, zeigt sich bis hinein in unsere Kirchengemeinden. Wir kennen mehrere Paare, bei denen "irgend etwas" vorgekommen sein soll. Der Verdacht der Untreue ließ sich aber nie beweisen. Aber der Stachel sitzt tief und belastet die Beziehung über viele Jahre. Wie viele Ehepartner beiderlei Geschlechts kommen zur Seelsorge mit diesem Verdacht. Ein offenes Gespräch mit dem Ehepartner ist dann nicht möglich. Es bleibt der Zweifel, man bittet Freunde, bei der Observation zu helfen, oder man engagiert einen Privatdetektiv. Das Geschäft dieser Detektiven blüht. Und das nicht erst seit den Jahren mit dem Aufweichen der Sexualmoral in Lateinamerika. Das ist Teil der Kultur seit Jahrhunderten.

18 Februar 2008

NewsPlus 140208

Orchidee in Papallacta
Aufnahme von einer Holzbrücke aus bei der Flußüberquerung


Vielen Dank für alles Mitlesen und Mitbeten!

Wir hatten eine gute Zeit in Papallacta und konnten alles durchplanen.
Von Oktober bis Februar - in der Zeit nach der anderen Sitzung hatte uns der Herr sichtbar gesegnet. Das viel uns wieder sehr auf, als wir das andere Protokoll mit den Anliegen und Fragezeichen anschauten. Aus einigen Fragezeichen wurde ein "Ausrufungszeichen"!!!!
"Vergiß nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan!" - konnten wir da nur singen und sagen.

Doch wie versprochen heute die Nachrichten mit dem Kommentar- etwas verspätet durch Papallacta - doch auch beim Vulkan hat sich nichts geändert - die Hochwasser bereiten weiter Probleme - nur der Sonnenschein hat sich im Bergland verflüchtigt. Wir haben seit dem Wochenende Regen, es ist kühl und alles grau und ungemütlich.

Mit lieben Grüßen aus den Anden, Eure Iris

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Nachrichten am 14. Februar 2008 - Redaktion Axel Jeroma

Alarmstufe Rot am Vulkan Tungurahua
Über 1000 Bewohner evakuiert: In der vergangenen Woche ist rund um den Vulkan Tungurahua der Notstand ausgerufen worden. Nach mehreren schweren Eruptionen im Innern des Berges traten Asche und Lava aus. Vor allem Landwirte an den Hängen des Berges mussten ihre Höfe verlassen. Zum Glück gab es keine Todesopfer oder Verletzte zu beklagen. Anfang dieser Woche hat sich die Lage am Tungurahua etwas entspannt. Eine Entwarnung vor weiteren Eruptionen wollten die Vulkanologen jedoch nicht aussprechen.

Verkauf von Haifischflossen ohne Einschränkung möglich
Ecuadors Fischer zufrieden: Der Verkauf von Haifischflossen unterliegt künftig keinen gesetzlichen Beschränkungen mehr. Ecuadors Präsident Rafael Correa hat ein Dekret, das den Handel limitierte, auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Der Handel mit den vor allem in China begehrten Haifischflossen verspricht den ecuadorianischen Fischern ein gutes Geschäft. Mit diesem Thema beschäftigt sich auch unser Kommentar in dieser Sendung.

Unfallverursachern droht weiter eine Haftstrafe
Regierung demonstriert Härte: Die Verursacher von Verkehrsunfällen in Ecuador müssen weiter mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Das sieht ein Antrag vor, den die Regierung bei der verfassungsgebenden Versammlung einreichte. Diese berät in diesen Wochen über eine Neufassung des Verkehrsrechts in Ecuador. Wer einen Verkehrsunfall mit Toten, Verletzten oder hohem Sachschaden verschuldet, soll laut Regierung zu 30 bis 180 Tagen Gefängnis und einer Geldbuße verurteilt werden.

Deutschland kauft mehr Bananen aus Ecuador
Bananen aus Ecuador beliebt: Deutschland hat im vergangenen Jahr für rund 220 Millionen Dollar Bananen aus Ecuador gekauft. Das sind zirka 20 Millionen Dollar mehr als 2006. Dies geht aus einer Statistik der ecuadorianischen Zentralbank hervor. Damit belegt Deutschland den zwölften Rang in der Exportstatistik für Bananen aus Ecuador.

Treibstoff und Mobiltelefone sind Import-Schlager
Autofahren und Telefonieren im Trend: Ecuador hat im abgelaufenen Jahr mehr Treibstoff und Mobiltelefone eingeführt als 2007. Dies geht aus einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Statistik der Zentralbank hervor. Das ist auch ein Indikator für die Vorliebe der Ecuadorianer zum Autofahren und Telefonieren. Der Import von Treibstoff mag auf den ersten Blick für ein Erdöl-Förderland wie Ecuador verwunderlich sein. Doch Ecuador hat keine ausreichenden Kapazitäten, sein Erdöl zu Treibstoff umzuwandeln.

Alter Nationaltrainer womöglich bald wieder der Neue
Kandidatenkarussell dreht sich: Hernán Dario Gomez gilt als heißer Kandidat für den vakanten Trainerposten von Ecuadors Fußball-Nationalelf. Laut Medienberichten hat sich Verbandspräsident Luis Chiriboga für die Verpflichtung des Kolumbianers ausgesprochen. Gomez hatte Ecuador zur WM 2002 geführt. 2004 war er jedoch nach einer Niederlagen-Serie zurückgetreten. Zuletzt hatte Gomez das Nationalteam Guatemalas betreut. Viele Fans des Landes wünschen sich indes einen namhaften Trainer als Verantwortlichen. Doch internationale Spitzentrainer wie der argentinische Weltmeister Daniel Passarella dürften nicht ins Finanzgefüge des ecuadorianischen Verbandes passen.

Liga-Start verläuft ohne Überraschungen
Favoritensiege zum Auftakt: Die großen Klubs haben den Auftakt zur ecuadorianischen Fußball-Meisterschaft unbeschadet überstanden: Liga Quito besiegte zu Hause Deoportivo Cuenca mit 1:0. Barcelona Guayaquil gewann bei Aufsteiger Tecnico Universitario Ambato mit 3:2. Liga-Krösus Barcelona reist seit dieser Saison übrigens standesgemäß zu seinen Auswärtsspielen an: Mit einem in den vereinsfarben lackierten Flugzeug der ecuadorianischen Gesellschaft Icaro.

Sommerliche Temperaturen im Andenhochland
Zum Schluss wie immer der Blick aufs Wetter: Viel Sonnenschein herrschte in der vergangenen Woche im Andenhochland. Die Temperaturen erreichten in der Hauptstadt Quito an manchen Stellen die 25-Grad-Marke. Zu Wochenbeginn zogen tagsüber leichte Wolkenfelder vorüber. Nennenswerte Niederschläge gab es jedoch nicht. Auch in den nächsten Tagen wird keine Wetteränderung im Andenhochland erwartet. Gute Aussichten für die Sonnenhungrigen.



Kommentar am 14. Februar 2008

Der Fang von Haifischen in Ecuador hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Während die Fischer über höhere Einnahmen jubeln, sind die Tierschützer besorgt. Sie fürchten um den Bestand vieler Arten vor der Küste Ecuadors. Mit diesem Streit befasst sich unser Kommentar der Woche, den unser Mitarbeiter Eckehart Wolff verfasst hat.

Seit über einem Jahr geht ein Streit durch Ecuador. Gegenstand der Debatte: der Fang von Haifischen. Es dreht sich vor allem um die begehrten Haifischflossen, die in Chinas Suppenküchen landen. Diese Suppe gilt dort als eine Delikatesse. Dafür wird in China jeder Preis bezahlt. Und da bekanntlich der Markt die Nachfrage regelt, spielt es keine Rolle, ob die Zutat aus einem legalen oder illegalen Geschäft stammt. Selbst Landesgrenzen bilden dabei längst kein Hindernis mehr.

So wurde in Ecuador zuletzt kräftig Jagd auf Haie gemacht. Tierschützer und Umweltverbände warteten mit Statistiken auf und zeigten fürchterliche Bilder von den Stränden Ecuador. Dort, wo die Tiere nach dem Abschneiden der Flossen jämmerlich am Strand verendeten. Daraufhin wurde der systematische Fang dieser Tiere verboten - gefolgt von einem wütenden Aufschrei der Fischer. Zuletzt drohten Ecuadors Präsident Rafael Correa einige wichtige Wähler wegzulaufen, die armen Fischer der Küste. Auch auf ihre Stimmen stützt sich der Präsident seit fast 1½ Jahren. Also wurde per Präsidentendekret verfügt, dass Haie, die zufälligerweise beim normalen Fischfang ins Netz gehen, legal verkauft werden dürfen; das Fleisch und die Flossen. Eine salomonische Entscheidung, wie es scheint. Doch was steckt dahinter?

Das Landwirtschaftsministerium übernimmt jetzt die Überwachung. Jeder Fang eines Haies muss mit Spezie, Datum, Fanggebiet und Namen des Fischers gemeldet werden. Außerdem darf nicht mehr mit Stahlnetzen gefischt werden. So mancher große Hai entkommt dadurch, weil er die oft zu dünnen Nylonnetze zerreißt. Den Schaden haben in diesem Fall die Fischer. Dennoch: Nur auf diese Fangweise dürfen sie ihre Beute auch legal verkaufen. 30 vom Staat geschulte Inspektoren kontrollieren den Fischfang der gesamten Küste Ecuadors. Das Ministerium hat eine Karte mit den 31 bekannten Haispezies vor der Küste Ecuadors herausgegeben. Damit soll die Klassifizierung sichergestellt werden.
Aber was ist das wirkliche Ergebnis?

Die offiziellen Zahlen sind ernüchternd. 2006, ein Jahr ohne offizielle Registrierung, wurden 90 Tonnen Haiprodukte ins Ausland verkauft. Im Jahre 2007 waren es 91.000 Tonnen, also mehr als das 100-fache. Dabei sind dieses Zahlen geschönt. Denn in der offiziellen Statistik werden geschickt Frischfleisch und Haifischflossen gewichtsmäßig zusammen berechnet. Frischfleisch bringt viel weniger an Profit als ein paar wenige Haifischflossen. Etwa 99% des Haifischfleisches gehen in die USA. Dieser Markt weist kaum Wachstumstendenz auf. Und auch wenn die Statistik der Jahre 2006 und 2007 nicht direkt vergleichbar ist, weil heute viel mehr Fischer ihren Fang legalisieren wollen, so zeigt sich doch eine Auswirkung: diezunehmende Spezialisierung der Fischer auf Haie. Das bringt deutlich mehr Geld als der herkömmliche Fang, der außer Thunfisch in der Regel für den Binnenmarkt bestimmt ist.

Hinter der offiziellen Regelung dieses Problemes durch den Staat steckt also reine Machtpolitik. Den Umweltschützern sind die Hände gebunden. Sie wurden des Landes verwiesen oder ihre Kompetenz stark reduziert. Ein zentralistisch geführter Staat übernimmt die so genannte Kontrolle und "löst ein Problem" nach politischer Anschauung. Die Zeche dafür zahlen zunächst die Haie und später die Menschen.

13 Februar 2008

Papallacta - Februar 2008

Rosen aus Ecuador für den 14. Februar 2008

Ihr Lieben!
Heute nur ein kurzer Gruß aus den Anden,
heute fahren wir als Team wieder zu unserer Gebets- und Planungszeit nach Papallacta. Wir werden die Aufgaben neu aufteilen - es fehlen ja Wieses und Rempels - ab März steigen Jeromas voll ein und ich werde in den ersten März-Tagen endlich dazu kommen meinen Reisedienst konkreter vorzubereiten. Bis Ende Februar will ich noch Katja in die Post einarbeiten. Wir freuen uns so sehr, dass Jeromas von der DMG zum Team dazu gekommen sind.
Es gibt auch ein aktuelles TEAMFOTO - siehe unten.
Danke wenn ihr in der Fürbitte an uns denkt, dass wir guten Austausch und eine Planung haben, die hinterher auch in die Tat umgesetzt werden kann.

Herzlichen Dank und liebe Grüße aus den Anden.

PS. - Am Montag kommen auch die Nachrichten.
Es verschiebt sich um ein paar Tage durch unsere Klausur.

Foto: W.Feder - www.federbilder.de

v.l.n.r. :
Sigrid und Horst Rosiak - Martha de Montenegro -
Iris Rauscher - Esther Neufeld - Axel Jeroma -
Rebekka Garcia - Katja Jeroma

07 Februar 2008

NewsPlus070208

Ihr Lieben!

"Wer hat an der Uhr gedreht - ist es wirkich schon so spät."
Die Wochen fliegen nur so dahin - schon wieder ist news-time und schon wieder Donnerstag.
Ein Dankeschön an Axel, der mir wieder die Nachrichten aus der Sendung "Neues unter der Äquatorsonne" schickte.
Pastor Pedro Acosta ist jetzt in diesen Tagen auch mit seinem Team unterwegs, um in den Überschwemmungsgebieten zu helfen.
Danke auch an alle, die über die DMG Geld für die Nothilfeprojekte überweisen haben. So kann ich hier durch euch helfen, damit Pedro anderen helfen kann.
Mit lieben Grüßen aus den Anden, Eure Iris für das deutschsprachige Team in Quito


Hier Pedro (links) bei der Lebensmittel-Übergabe an den Pastor der lokalen Gemeinde, damit die Hilfe an die verschiedenen Familien offiziell über die Gemeinde kommt. Eine Ration besteht aus 8 Grundnahrungsmittel wie Mehl, Zucker, Salz, Haferflocken, verschiedene Hüselfrüchte wie Linsen oder Bohnen, Öl und eine Tüte Keckse. (Foto Pedro Acosta)


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Nachrichten am 7. Februar 2008

Karnevalisten strömen nach Ambato
Provinzstadt mutiert zur Faschingshochburg: Über 200.000 Gäste sind an den Karnevalstagen nach Ambato geströmt. Die Andenstadt gilt als Karnevalshochburg Ecuadors schlechthin. Insgesamt fanden in Ambato in diesem Jahr rund 150 verschiedene Aktivitäten rund um Fasching statt. Höhepunkt war ein farbenprächtiger Umzug am vergangenen Sonntag.
Die Hauptstadt Quito war an Rosenmontag und Faschingsdienstag so gut wie ausgestorben. Viele Einwohner nutzen die Tage zu einem Kurzurlaub in anderen Teilen des Landes wie Amato oder den Urlaubsorten am Strand.

Präsident Correa erhält gute Bewertung
Positive Umfragewerte für den Präsidenten: 67 Prozent der Ecuadorianer haben die Arbeit von Rafael Correa bei einer Meinungsumfrage mit sehr gut oder gut bewertet. Das ist die höchste Zustimmungsrate, die ein Präsident in den letzten 25 Jahren nach 12 Monaten im Amt bekommen hat. Wie das Institut „Informe Confidential“ weiter ermittelte, erhält lediglich ein Politiker im Land ähnlich gute Werte: Guayaquils Bürgermeister Jaime Nebot. Er kommt landesweit auf 53 Prozent Zustimmung.

Notstand nach Überschwemmungen ausgerufen
Land unter an der Küste: Nach starken Überschwemmungen ist in einigen Teilen Ecuadors der Notstand ausgerufen worden. Betroffen waren vor allem die Provinzen Esmeraldas, Manabí, Guayas, El Oro und Los Ríos. Über 8000 Menschen mussten vor den Wassermassen evakuiert werden. Außerdem sind zirka 80.000 Hektar Ackerland zerstört. Ecuadors Regierung stellte den Betroffenen zehn Millionen Dollar als Soforthilfe in Aussicht.

Kaum rückkehrwillige Ecuadorianer in Spanien
Staatliches Angebot stößt auf wenig Interesse: Nur rund 5000 ecuadorianische Auswanderer denken ernsthaft über eine Rückkehr von Spanien in ihr Heimatland nach. Das gaben vorige Woche staatliche Stellen in Ecuador bekannt. Mit einem im Januar angelaufenen Unterstützungsprogramm will die Regierung einen Großteil der rund 500.000 in Spanien registrierten Ecuadorianer zurückholen. Die Rückkehrer sollen finanzielle Zuwendungen vom Staat erhalten, mit denen sie sich in Ecuador eine Existenz aufbauen können.

Über 50.000 Haie in die Netze gegangen
Gutes Geschäft mit Haifischfang: Ecuadors Fischer haben zwischen September und Dezember vorigen Jahres über 50.000 Haie gefangen. Möglich wurde dies durch ein umstrittenes Dekret, das den Fang in dieser Periode erlaubte. Vor allem Tierschützer hatten gegen die Fangfreigabe für Haie vor Ecuadors Küste protestiert. Für einen kompletten Hai bekommt der Fischer vom Händler etwa 40 Dollar.

Rebellen-Führer zu 60 Jahren Gefängnis verurteilt
Bis ans Lebensende hinter Gittern: Ein führendes Mitglied der kolumbianischen Rebellen-Organisation FARC ist in den USA zu 60 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Mann mit dem Decknamen Simón Trinidad war vor vier Jahren in Ecuadors Hauptstadt Quito verhaftet worden. Er ging der Polizei bei einer Routine-Kontrolle im Stadtzentrum ins Netz. Er wollte sich in Ecuadors Hauptstadt ärztlich behandeln lassen.

Fußball-Liga startet mit Rekord-Etat
Saisonbeginn in Ecuador: Mit dem Duell Meister gegen Vizemeister startet am morgigen Freitag die neue Spielzeit im Fußball. Liga Quito empfängt bei diesem Duell in der Hauptstadt Deportivo Cuenca. Die erste Liga Ecuadors startet in diesem Jahr mit einem Rekord-Etat von 38,6 Millionen Dollar. Krösus ist die Mannschaft Barcelona Guayaquil mit einem Etat von sechs Millionen Dollar. Zum Vergleich: Allein Deutschlands Rekordmeister Bayern München hatte voriges Jahr umgerechnet rund 74 Millionen Dollar zur Verfügung. Das ist fast das Doppelte der gesamten ecuadorianischen Liga.

Viel Regen im Andenhochland

Zum Schluss wie immer der Blick aufs Wetter: Teils heftige und lang anhaltende Regenschauer bestimmten das Wetter in der vergangenen Tagen im Andenhochland. Vor schweren Schäden durch Überschwemmungen ist das Bergland im Gegensatz zur Küste verschont geblieben. Seit Wochenbeginn ist die Sonne wieder öfter zum Vorschein gekommen.


Und hier das PLUS - der Kommentar

Kommentar am 7. Februar 2008
Von Eckehart Wolff

Der diesjährige OP-Marathon für behinderte Kinder im HCJB-Hospital Vozandes in Quito ist zu Ende gegangen. In unserem Kommentar der Woche zieht Eckehart Wolff eine Bilanz der Aktion. Er stand selbst drei Wochen als Arzt am OP-Tisch.

3 Wochen Daueraufenthalt im Hospital sind vorüber. Nur noch wenige Patienten sind im Hospital. Alle Ausländer sind nach Panamá, Venezuela, USA und Chile zurückgekehrt. Die ersten ecuatorianischen Patienten kommen zur Kontrolle. 31 Kinder wurden operiert. Für sie beginnt eine lange Zeit der Krankengymnastik, bis nach frühestens 6 Monaten die ersten Ergebnisse sichtbar werden. Seit 13 Jahren führen wir eine solche Behandlung für behinderte Kinder durch. In dieser Zeit hat sich allerhand getan.

Über 300 Kinder wurden in 13 Jahren operiert. Kinder, für die sonst aus finanziellen oder anderen Gründen keine Hoffnung bestünde. Und die Ergebnisse sind überwiegend positiv - dankbare Eltern, Kinder mit Fortschritt. Aber es gibt auch negative Erfahrungen: Eltern, die sich durch eine Operation ein Wunder erwarteten, Wunder, die wir nicht machen können. Diese Eltern sind den langen Weg in der Entwicklung ihrer Kinder bis nach der Pubertät nicht mitgegangen und haben auf dem Weg aufgegeben. Ihre Ehe ist zerbrochen, manche sind geflohen und haben ihre "Schützlinge" zurückgelassen. Was haben wir als Ärzte gelernt?

Es ist gut, im Team zu operieren. Jeder hat seine Erfahrungen. Zudem bringt uns der internationale Austausch viele neue Ideen. Als Team können wir die OP-Zeiten verkürzen, eine zweite oder dritte große OP vermeiden, zum Vorteil der Kinder. Dennoch haben wir wieder bis zu 7 Std. an einem Patienten operiert. "shark attack" ist das passende Wort der Amerikaner = "wie nach einem Haiangriff mit vielen Wunden" sehen die Patienten oft hinterher aus.

Der Stab der Verantwortung wird weitergegeben: Der Begründer dieses Programmes, Prof. Dr. James Gage aus Minnesota, wird in diesem Jahr 70 Jahre alt. Er hat vor Weihnachten das letzte Mal einen Patienten in den USA operiert. Am 24. Jan. war wohl seine letzte OP in Ecuador. Er ist der führende Kinderorthopäde auf diesem Gebiet weltweit, wir sind seine Schüler. Aber er gibt nicht auf. Er wird weiterhin nach Ecuador kommen und Patienten untersuchen. Gemeinsam werden wir den nächsten OP-Plan erstellen und er wird uns überwachen.

Wir haben in den 13 Jahren gelernt, dass wir noch aggressiver operieren müssen. Umso besser sind die Ergebnisse. Abwarten bringt nicht viel. Ich habe inzwischen im HCJB-Krankenhaus in Shell die Möglichkeit, viele dieser Operationen selbst durchzuführen. Das ist auch der Grund, dass wir dieses Jahr einige Patienten weniger hatten. Und es gibt zum ersten Mal einen wirklichen Lichtblick für Ecuador. Einheimische Orthopäden sind zur Mitarbeit bereit. Sie wollen Patienten sammeln. Wir werden sie dann gemeinsam untersuchen und in Quito operieren. Dann würde das Programm zum ersten Mal nach vielen Anläufen auf mehrere Schultern verteilt.

Und noch etwas haben wir gelernt: Wir müssen vermehrt Eltern Mut machen, ihre behinderten Kinder nicht zu verstecken. Wir haben viele negative Beispiele in dieser Hinsicht mitbekommen. Aber wir haben auch ein positives Beispiel erlebt. Dieser Tage hat eine unserer Patientinnen, Tochter eines Pfarrers, ihren 15. Geburtstag gefeiert. Sie war ein "hoffnungsloser Fall", Neurologen prophezeiten ihr aufgrund des Hirnschadens nicht viel mehr als Bettlägerigkeit. Doch das Mädchen läuft heute nicht nur. Sie nimmt auch aktiv am Gemeindeleben teil. Sie ist deutlich sichtbar behindert, aber viele Menschen zeigten ihr ihre Hochachtung in einem speziellen Gottesdienst in einer überfüllten Kirche. Das waren mehr als nur Höflichkeitsworte, um dem Pfarrer einen Gefallen zu tun. Und das Mädchen wuchs über sich hinaus, redete frei und selbstsicher. Sie wird auch weiterhin keinen Schulpreis gewinnen. Aber sie ist Teil einer Gemeinde, hat Freunde, fühlt sich wichtig. Die Eltern haben ein Riesenfest organisiert. Es gab
einen mehr als 2 Meter langen Kuchen, damit er für alle reicht. Es floss so manche Träne bei diesem Fest. Ein behindertes Kind, das wohl nie heiraten wird, das immer Hilfe brauchen wird, wird nicht in die Ecke eines Heimes abgeschoben. Es ist, wenn auch nur für wenige Tage, Mittelpunkt einer Gemeinde. Das zeigt uns, wie neben Operationen, Krankengymnastik und orthopädischen Hilfsmitteln das Eingebundensein solcher Kinder in Familie und Freundeskreis wichtig sind. Nicht jedes unserer behinderten Kinder erhält das. Wir als Chirurgen sind nur ein Teil der Lösung für solche Patienten. Zusammenarbeit ist wichtig.

31 Januar 2008

Max JR von Oppermann- 10 Wochen

Wuff sagt Max!
Liebe Grüße von Iris, die ist gerade mit Briefeschreiben beschäftigt.
Aber im ersten Bild stelle ich euch meine Mutti vor.
Iris meint, wenn man mit einer Maus das Bild anklickt, was immer das bedeutet,
könnte man es noch größer sehen.


Mama Tussi ist klasse. Sie hat viel Geduld mit mir - aber manchmal überziehe ich kräftig, besonders nerve ich sie, wenn ich im vollen Galopp durch die Küche direkt auf sie drauf in ihr Körbchen springe oder sie mit meinen spitzen Zähnchen in ihre Schlappohren kneife.
Sie hat noch Rückenprobleme und ist so wacklig auf den Hinterbeinen.
Iris meint Tussi wäre undicht aber sie bekommt jetzt immer Leberwurstkügelchen.
Ich glaube, die sind gefüllt mit gelben oder weissen anderen Kügelchen
oder Tabsschletten oder so ähnlich.


Mit 10 Wochen sieht die Welt doch schon ganz anders aus.
Ich machte schon Bekanntschaft mit dem Welpen auf zwei Beinen.


Miguel und Camila die Menschen-Welpen von nebenan spielten heute mit mir.
Wir hatten einen Staffellauf wie mir scheint ...
und dann wurde ich auch noch ausgekitzelt. Mir wurde nichts erspart. :)


Ich war am Abend ganz schön geschafft.


Das austoben hat aber Spass gemacht! Leider habe ich ja keine anderen Geschwister.
Aber wie die mit ihren zwei Beinen so schnell laufen können, ist mir ein Rätsel.
Aber dass muss an der Länge liegen. Ich habe zwar vier davon aber Dackelkurz.
Aber wir haben so richtig getobt.

Dann rief aber mein Körbchen - ich was hundemüde.
So ein Welpenalltag kann ganz schön anstrengend sein.

So und jetzt gehe ich in Körbchen. Iris hat uns auch schön zugedeckt.
Es ist kalt zur Zeit in Quito.
Gute Nacht und ich soll noch liebe Grüße von Iris ausrichten.




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Die Andenstimme über Telefon

Ja, die Andenstimme kann man auch über Telfon hören.
In Neudeutsch heisst es phonecast und interssant für Besitzer von einer flatrate.
Wieder Neudeutsch: Wer für einen Festbetrag monatlich viel oder wenig telefonieren kann.

Hier vier halbstündige Sendungen, die wir auch über folgende Telefonnummern anbieten.

"Gottes Wort zum Sonntag" 0931 66399 0208
"Ein Blick in die Hörerpost"0931 66399 0207
"Land und Leute in Südamerika"
0931 66399 0206
"Neues unter der Äquatorsonne"0931 66399 0205

Versucht es doch einfach mal.
Die Gebühr entspeicht einer normalen Telefoneinheit.
Weitere Info dazu auch bei: http://deutsch.hcjb.org/content/view/54/55/

Liebe Grüße aus den Anden von Iris



Foto: Marco Schaa

NewsPlus für den 31. Januar 2008

Aus Quito mit den Nachrichten Eurer Andenstimme und herzlichen Grüßen, Eure Iris
Der Kommentar wird die Fußballfreunde erfreuen und bestimmt interessieren.

Nachrichten am 31. Januar 2008
Redaktion: Axel Jeroma

200.000 Menschen marschieren gegen Präsidenten-Politik
Bürgermeister mobilisiert seine Bürger: Über 200.000 Menschen haben vergangenen Donnerstag in Guayaquil gegen die Politik von Ecuadors Präsident Rafael Correa protestiert. Aufgerufen zu dem Protestmarsch hatte Guayaquils Bürgermeister Jaime Nebot. Er beschuldigte den Präsidenten, Ecuador mit seiner Politik zu spalten. Correa wolle mit dem Sozialismus ein politisches System in Ecuador etablieren, das in anderen Ländern gescheitert sei, sagte Guayaquils Bürgermeister.

Präsident Correa geht zum Gegenangriff über
Ecuadors Staatschef schlägt zurück: Mit scharfen verbalen Attacken hat Präsident Rafael Correa die Kritik von Guayaquils Bürgermeister Jaime Nebot zurückgewiesen. Guayaquil werde keineswegs in seiner Selbstverwaltung und den Steuereinnahmen beschnitten, sagte Correa. Der Präsident warf Nebot seinerseits vor, dass Land spalten zu wollen. Laut Correa gibt es sogar Anhaltspunkte für eine internationale Verschwörung. So will der Präsident Hinweise dafür haben, dass die politischen Rechtsparteien Ecuadors und Boliviens gemeinsame Sache machen. Sie versuchten mit allen Mitteln, die Reformen der linksorientierten Regierungen beider Länder zu torpedieren, sagte Correa.

Taxifahrer und Parfüm-Verkäuferinnen bekunden Unmut
Protestaktionen gegen neue Verfassung: Mit einer Blockade des Tagungsortes Montechristi haben zahlreiche Taxifahrer des Landes gegen das geplante Verkehrsgesetz protestiert. Sie äußerten ihren Unmut darüber, dass die Verfassungsgebende Versammlung die Bußgelder für Verkehrssünder deutlich erhöhen will.
Sorgen um ihre Existenz machen sich derweil viele Parfüm-Verkäuferinnen des Landes. Durch die Erhöhung der Steuer auf Parfüm um 20 Prozent ist der Umsatz nach ihren Worten spürbar zurückgegangen. 200 Frauen, die Parfüm- und Kosmetikartikel auf selbstständiger Basis verkaufen, demonstrierten vorige Woche in Quito. Vor dem Präsidentenpalast forderten sie die Rücknahme der Steuererhöhung.

Rosen aus Ecuador erfreuen sich steigender Beliebtheit
Geschäft mit Rosen floriert: Ecuador hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Rosen exportiert als 2006. Insgesamt wurden voriges Jahr rund 700.000 Kisten zu je 22 Kilogramm Rosen in die USA und nach Europa geliefert. Das entspricht einer Zunahme von 108.000 Kisten. Dies geht aus einer Anfang der Woche veröffentlichten Statistik hervor. Auch im Moment werden Transportflugzeuge wieder geschäftig mit Rosen aus Ecuador beladen. Der Grund ist der Valentinstag im Februar. Das Geschäft mit dem Valentinstag macht rund 30 Prozent des gesamten Rosenexports pro Jahr aus.

Über hundert nicht genehmigte Siedlungen um Quito
Problemzonen im Außenbezirk: 118 nicht genehmigte Siedlungen gibt es derzeit rund um Ecuadors Haupstadt Quito. Viele dieser Zonen haben keinen Anschluss an die Wasser- oder Stromversorgung. Darauf hat vor kurzem die Stadtverwaltung Quitos hingewiesen. Die Verwaltung will sich nun verstärkt bemühen, die Siedlungen in den Stadtbereich zu integrieren. Vor allem die Versorgung mit Strom und Wasser soll gewährleistet werden.

Millioneneinnahme aus Fernsehrechten
Top-Klubs sichern sich das meiste Geld: Barcelona Guayaquil und Liga de Quito, die beiden populärsten Teams Ecuadors, bekommen zur neuen Saison Millionensummen aus dem Verkauf der Fernsehrechte. Wie aus einem Pressebericht hervorgeht, erhält Barcelona zwei, Liga eine Million Dollar durch den Verkauf der Übertragungsrechte. Kleine Klubs wie Aufsteiger Espoli müssen dagegen mit 400.000 Dollar zufrieden sein. Über solche Beträge kann ein Fußball-Bundesligist nur herzhaft lachen. Die Spitzenklubs in Deutschland erzielen allein aus den Fernsehrechten für die Bundesliga pro Jahr über 20 Millionen Euro. Das entspricht rund 30 Millionen Dollar.

Tagsüber viel Sonne, nachts teils heftige Schauer
Zum Schluss wie immer der Blick aufs Wetter: Sonne und Regen im Wechsel gab es in der vergangenen Woche im Andenhochland. Gut für alle Sonnenhungrige: Die Regenschauer beschränkten sich weitgehend auf die Nacht- und die frühen Morgenstunden. So konnten viele in der vergangenen Woche ihre Mittags- und Kaffeepause im Freien genießen.

Kommentar für Sendung am 31. Januar 2008
Von Axel Jeroma

Die Städte Quito und La Paz sind wegen ihrer Höhenlage als Austragungsorte für WM-Qualifikationsspiele im Fußball gefährdet. Darüber haben wir in dieser Sendung bereits mehrfach berichtet. Der südamerikanische Fußball-Verband CONMEBOL hat dieser Tage den beiden betroffenen Ländern den Rücken gestärkt. Das letzte Wort hat jedoch der Weltfußballverband FIFA. Hören Sie dazu unseren Kommentar der Woche.

Die FIFA ist bekannt für manch dummen Vorschlag. Einer davon, an den sich viele Fußballfans mit Grausen erinnern, war die Neuregelung des passiven Abseits. Vor dem Konföderationen-Cup 2005 in Deutschland eingeführt, erwies sich die Regeländerung in der Praxis als völlig albern. Sie verschwand schnell in der Mottenkiste.
Dorthin gehören auch alle Pläne, die Spielorte La Paz und Quito von der FIFA-Landkarte zu tilgen. Seit Jahrzehnten werden in beiden Städten WM-Qualifikationsspiele ausgetragen. Von gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist nie etwas bekannt geworden. Doch eben genau dieses Argument zieht jetzt die FIFA für ihre Pläne heran. Laut einem Gutachten von britischen Ärzten sind ab einer Höhe von 2750 Metern gesundheitliche Beeinträchtigungen für Fußballer nicht auszuschließen. Die Mediziner raten deshalb zu einer ausreichenden Akklimatisierung. Sie fordern dafür mindestens eine Woche. Diese Frist ist aber wegen des engen Terminkalenders der Profis nicht zu realisieren. Eine solche Regelung wäre daher gleichbedeutend mit dem Aus für Quito und La Paz.
Aber es gibt Hoffnung. Denn in der Branche haben sich längst Zweifel breit gemacht, ob eine langwierige Akklimatisierung überhaupt sinnvoll ist. Einige Mannschaften haben ein anderes Rezept gegen die Spiele in den Höhenlagen von Quito und La Paz gefunden. Sie reisen erst kurz vor dem Spiel an, um dem Umstellungsprozess zu entgehen. Die Nationalmannschaft Venezuelas ging vor ihrem Sieg beim WM-Qualifikationsspiel im Oktober vorigen Jahres genau so vor. Sie trainierte einige Tage vor dem Spiel an der Küste, flog morgens nach Quito, gewann abends die Begegnung und reiste unmittelbar danach heim nach Venezuela.
Dieses Beispiel macht eines deutlich: Die Höhenlage scheint eher ein psychologischer Vorteil zu sein als ein körperlicher. Denn wäre die Höhenlage wirklich ein so entscheidender Faktor, würden Ecuador und Bolivien jedes Mal Spitzenplätze in der WM-Qualifikation in Südamerika einnehmen. Tun sie aber nicht. Daher hängt vieles wohl doch eher mit der Einstellung der Gegner zusammen. Wenn diese oft nur mit einem B-Team anreisen, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn sie nur wenige Punkte in La Paz oder Quito ergattern.
Boliviens Präsident Evo Morales kann die ganze Aufregung um die Spielorte Quito und La Paz ebenso wenig nachvollziehen: „Wenn man in der Höhe leben kann, kann man dort auch Fußball spielen“, sagte er in der vergangenen Woche. Recht hat er. Hoffentlich begreifen das endlich auch die Herren von der FIFA.

Fragen? deutsch@hcjb.org.ec
Weitere Infos? www.andenstimme.org

24 Januar 2008

NewsPlus 240108

Ihr Lieben,
heute wieder die Nachrichten vom 24. Januar 08 auf den blog für Euch.
Ich freute mich über einen email Kommantar - "Ich war noch nie so gut über Ecuador informiert." Gut so und weiter so!

Liebe Grüße Iris


Foto: Marco Schaa - Aus dem Straßenbild in Quito


Nachrichten am 24. Januar 2008 von Radio HCJB global - Redaktion: Axel Jeroma

Fußgänger müssen mit Bußgeldern rechnen
Kampf gegen Anarchie auf den Straßen: Nicht nur Autofahrer, auch die Fußgänger in Ecuador sollten künftig verstärkt auf die Verkehrsregeln achten. Andernfalls drohen ihnen Geldbußen. Das sieht der Entwurf des neuen Verkehrsgesetzes vor. Demnach ist es Fußgängern unter anderem verboten, Busse oder Taxis an gefährlichen Stellen anzuhalten. Straßen dürfen nur noch an Zebrastreifen, Ampeln oder ausgewiesenen Stellen überquert werden.

Präsident Correa stellt Begnadigung in Aussicht Hoffnung auf Straferlass: Ecuadors Präsident Rafael Correa hat eine Begnadigung für Gefangene in Aussicht gestellt, die wegen Drogenvergehen in Haft sind. Die Amnestie soll für alle Ersttäter gelten, die mit weniger als zwei Kilo Drogen verhaftet wurden und die bereits eineinhalb Jahre ihrer Strafe verbüßt haben. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf will Correa bei der Verfassungsgebenden Versammlung einreichen. Von der Begnadigung profitieren könnten landesweit rund 1500 Frauen und Männer.

Protestmarsch gegen Politik des Präsidenten Opposition bekennt Farbe: Jaime Nebot, der Bürgermeister von Guayaquil hat für heute alle Bürger und Unternehmer der Küstenregion zu einem Protestmarsch gegen Präsident Correa aufgerufen. Dessen Politik führe zu Verschlechterungen im Gesundheitswesen, der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt, kritisierte Nebot. „Wir haben lange genug gewartet. Jetzt ist die Zeit für Gegenaktionen gekommen“, sagte Nebot im Vorfeld des Protestmarsches der Presse. In Guayaquil beträgt die Zustimmung für Nebot nach jüngsten Umfragen bis zu 90 Prozent.

Ecuador eröffnet Handelsbüro im Iran Kunden aus dem Iran erhofft: Die Regierung Ecuadors will im März in der iranischen Haupstadt Teheran ein Handelsbüro eröffnen. Dies bestätigte am Wochenende Ecuadors Außenministerin María Isabel Salvador. Präsident Rafael Correa hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach mit seinem iranischen Amtskollegen Mahmud Ahmadinedschad getroffen und über den Ausbau der Beziehungen beider Länder gesprochen. Correa sieht im Iran einen wichtigen Partner für die Zukunft.

Regierung bewilligt Finanzhilfe für Vulkan-Opfer Millionenschweres Hilfsprogramm beschlossen: Mit einer kräftigen Finanzspritze will Ecuadors Regierung der Region um den Vulkan Tungurahua wieder auf die Beine helfen. Insgesamt stehen 20 Millionen Dollar bereit. Sie sollen in erster Linie der Renaturierung von zerstörten Flächen und Infrastrukturmaßnahmen im Tourismus zu Gute kommen. Die Aktivitäten im Innern des Vulkans haben übrigens nicht nachgelassen. Immer noch gehen Vulkanologen davon aus, dass es in nächster Zeit zu einer großen Explosion im Berg kommt.

Nationale Fluggesellschaften im Steigflug Zahl der Fluggäste gestiegen: Ecuadors Fluggesellschaften haben im vergangenen Jahr über elf Prozent mehr Flugreisende befördert als 2006. Das entspricht einem Plus von 295.000 Passagieren. Dies geht aus einer in der vorigen Woche veröffentlichten Statistik hervor. Besonders profitieren von dem Zuwachs konnten die Gesellschaften Tame und Aerogal. Ecuadors Fluggesellschaften wollen in den nächsten Monaten speziell auf Routen nach Brasilien, Peru und die USA weiter zulegen.

Ecuadorianer wechselt zu Juventus Turin Auf Augenhöhe mit den Besten der Besten: Ecuadors Fußball-Nationalspieler Segundo Castillo wechselt in der nächsten Saison zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin. Bis zum Sommer steht der Spieler noch in Diensten des serbischen Meisters Roter Stern Belgrad. Castillo zählte zu den Stützen von Ecuadors Nationalmannschaft bei der WM 2006 in Deutschland. Castillo ist nach Ivan Kaviedes erst der zweite Ecudorianer, der in der italienischen Serie A einen Vertrag erhält.

Weiter viel Sonne im Andenhochland

Zum Schluss wie immer der Blick aufs Wetter: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor war in diesen Tagen im Andenhochland gefragt. Das sagt eigentlich alles über die Temperaturen im Bergland. Das heitere Wetter der vergangenen Wochen setzte sich fort. Lediglich nachts wurde es unter dem klaren Himmels mitunter ziemlich kühl.


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Das Plus der Nachrichten ist unser Kommentar
Umgangston wird rauer
Von Axel Jeroma

Der politische Umgangston in Ecuador ist in den vergangenen Wochen rauer geworden. Dazu beigetragen hat nicht nur Präsident Rafael Correa mit seiner gewohnt deutlichen Rhetorik. Auch der Bürgermeister von Guayaquil und führende Wirtschaftsvertreter haben sich lautstark im politischen Wettstreit geäußert. Hören Sie dazu unseren Kommentar der Woche

2008 wird ein Jahr der Auseinandersetzungen in Ecuador. Diese Einschätzung stammt nicht von den politischen Beobachtern des Landes. Nein. Sie kommt von Ecuadors Präsident Rafael Correa. Seiner Meinung nach werden die ehemaligen Eliten des Landes alles versuchen, die von ihm vor zwölf Monaten eingeleitete Revolution des Bürgertums zu stoppen. Bei der Ein-Jahres-Feier seiner Präsidentschaft am Wochenende vor 100.000 seiner Anhänger in Guayaquil warf Correa seinen politischen Gegnern daher erneut den Fehdehandschuh hin. „Die alten Eliten dürfen dieses Land nie mehr regieren“, rief er unter einem Beifallssturm in die Menge. Wen er mit den alten Eliten meint, ist allen im Land klar: die Vertreter des Parteiensystems und den „Geldadel“ von Guayaquil. Die etablierten Parteien sind seit ihrer herben Niederlage bei der Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung immer noch damit beschäftigt, ihre Wunden zu lecken. Zu entschlossener Gegenwehr scheinen sie zumindest im Moment nicht fähig.
Gefahr für Correa und seine Revolution des Bürgertums kommt aus einer anderen Richtung. Da ist zunächst einmal Jaime Nebot. Der populäre Bürgermeister der Wirtschaftsmetropole Guayaquil hat sich in den vergangenen Wochen als eine Art Oppositionsführer herauskristallisiert. Er wettert vor allem gegen die Versuche der Regierung, die kommunale Selbstverwaltung zu beschneiden und der Stadt weniger Steuermittel zur Verfügung zu stellen. Weniger Geld im Stadtsäckel bedeute weniger Infrastruktur und auch weniger Ausgaben im sozialen Bereich, folgert Nebot. Damit konterkariere Präsident Correa seine eigene Politik, frozzelte Guayaquils Bürgermeister.
Darüber hinaus setzte sich Nebot zuletzt deutlich von seiner eigenen Partei, der der Partido Social Christiano ab. Denn auch die PSC hatte von den Ecuadorianern bei der Wahl zur Verfassungsgebenden Versammlung eine Abfuhr erteilt bekommen. Mit den Absetzbewegungen von der PSC versucht Nebot sich politisch zu öffnen und sich so für breitere Schichten der Bevölkerung interessant zu machen. Ob es ihm gelingt, außerhalb von Guayaquil eine größere Anhängerschaft zu gewinnen und sich als ernst zu nehmender Konkurrent für Präsident Correa zu etablieren, ist im Moment schwer einzuschätzen. Ein wichtiger Gradmesser ist ein Protestmarsch gegen die Politik Correas, zu dem Jaime Nebot für heute die Bewohner und Unternehmer der Küstenregion aufgerufen hat. Gelingt es ihm nicht, eine ansehnliche Zahl von Menschen zu mobilisieren, war sein Versuch, landesweit an Profil zu gewinnen, nicht mehr als ein Strohfeuer.
Kritisch gegenüber Correa äußern sich in jüngster Zeit auch wieder verstärkt führende Wirtschaftsleute. Sie kritisieren die geplante Steuerreform zu Lasten hoher Einkommen und das Einfrieren von Preisen für Lebensmittel wie Milch oder Reis. Die geballte Wirtschaftskraft des Landes sitzt, wie es der Zufall will, in der Region um Guayaquil. Deren politisches Sprachrohr ist wie gesagt Jaime Nebot. Eine Allianz der Wirtschaft mit einem nach Autonomie für seine Stadt und die Region kämpfenden Politiker Nebot könnte eine gefährliche Konfliktsituation heraufbeschwören.
Zu beobachten ist dies aktuell in einem anderen Andenstaat, in Bolivien. Dort ist der Reichtum ebenfalls in den Händen einiger weniger Provinzen des Tieflandes. Deren Provinzfürsten drohen offen mit der Abspaltung vom Rest Boliviens, sollten sie den in der neuen Verfassung geplanten finanziellen Beitrag zugunsten des armen Berglandes leisten müssen.
„Nachtigall ick hör dir trapsen“, würde der Berliner an dieser Stelle wohl sagen. Sollten manche Kreise in der ecuadorianischen Küstenregion um Guayaquil insgeheim ähnliche Ziele verfolgen, könnte das verheerende Folgen für den momentan intakten inneren Frieden in Ecuador haben. Es ist zu hoffen, dass die politischen Gegner Correas intelligent genug sind zu unterscheiden – zwischen zulässigem Protest und riskantem Spiel mit dem Feuer.



Foto: Bank vor meiner Haustüre
"Mach mal Pause"

21 Januar 2008

Von Schwarzwäldern und Babystress

Von Schwarzwäldern und Babystress



Aus dem turbulenten Wochenende einen

herzlichen Gruß. Als erstes muss man einmal

korrigieren, dass es inzwischen hier auch

Schwarzwälder Torten mit Kirschen gibt. Wo es in

den vergangenen Jahren kaum Kirschen zu kaufen

gab und die Torten grundsätzlich mit Erdbeeren

serviert wurden, gibt es beim Schweizer Eck jetzt

echte Kirschtorte, wenn auch die Deko mit

Himbeeren war. Doch dass konnte ich noch

ändern, indem ich die Deko vorher verspeiste und

sie geschickt mit frischen Kirschen ersetzte.

Kann man es auf dem Foto oben erkennen?

Internationaler Besuch: Bruder und Familie Neufeld
aus Paraguay von Esther, Irene Schirmacher mit Tamara
und Christa sowie Sigrid Rosiak. "Die Schlacht am Kuchenbuffet".


Was für Tussi anscheinend am Wochenende in

Stress ausartete (Besuch, Spaziergang im Park

und alles war mit Max zusammenhängt) war

scheinbar für Tamara Schirmacher und Max pure

Entspannung. Hier die beiden schlafend im Sessel.





Heute Früh war ich mit Tussi beim Tierarzt. Sie

hat einen Bandscheibenvorfall. Babystress - nach

der Schwangerschaft, Kaiserschnitt und den

ersten sehr lebhaften Wochen mit "Max Mutig" ist

die alte Mutter fertig und müde. So hoffe ich, dass

die Spritze und die Medikamente ihr helfen

werden. Sie läuft gekrümmt mit Schlagseite (nicht

Schlagsahne) und ein Schubser von Max und Tussi

fällt hin.

Liebe Grüße aus den Anden mit diesen

Schwarzwälder Dackelgrüßen von Eurer

Anden-Iris

18 Januar 2008

Von Feuer und Asche

Ihr Lieben!
Wie versprochen schicke ich Euch weitere Bilder von unserem speienden Vulkan:
Diese Aufnahmen sind allerdings vom Herbst 2006, aber wie meine Kollegin mir versicherte, sieht die speiende Lava bei Nacht gerade so aus - und er raucht fast gleich.
Fotos von: Esther Neufeld mit freundlicher Genehmigung Foto:
Tungurahua nicht freundlich.
Das letzte Foto zeigt ein herzhaftes Gähnen .... denn Esther war Hundemüde als sie die Fotos schickte. Vorsicht, lasst euch nicht anstecken - weder vom speien noch vom gähnen.


















Tungurahua mit dem Altargebirge















Schwefel und Asche ...















Besonders diese nächtlichen Aufnahmen haben es in sich ...















Gute Nacht Freunde, es wird Zeit für mich zu gehn! Gruß Iris
und Danke an Esther.

17 Januar 2008

Nachrichten aus den Anden


Heute keine News von Spackeln oder sonstigen tierischen Rudeln, aber die wöchentlichen Nachrichten aus unserem Andenstaat, die Axel Jeroma vom Team geschrieben hat und für den blog zur Verfügung stellt. Unten im Text gibt es auch vulkanisches, etwas aus dem Sport und das Wetter ....

Interessante Leseminuten wünscht Euch Iris

******** Quito Panorama ************



Kommentar:

Integration in Deutschland und Ecuador –
ein Vergleich Von Axel Jeroma

Ein Thema beherrscht seit Tagen die öffentliche Debatte in Deutschland: Die Eingliederung von Ausländern in die Gesellschaft. Oder besser gesagt, die Forderung, sie aus dem Land zu werfen, wenn sie auf die schiefe Bahn geraten. Das Problem Integration hat Deutschland nicht exklusiv. Auch in Ecuador lebt eine stattliche Zahl von Ausländern. Wie geht man hier mit diesem Thema um? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es im Vergleich zu Deutschland? Und welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Diesen Fragen gehen wir in unserem Kommentar der Woche nach.

Wer langfristig in Ecuador leben und arbeiten möchte, braucht zunächst ein Visum. Ohne das geht auf legalem Weg nichts. Die Einreiseerlaubnis bekommt in der Regel nur derjenige, der im Land einer geregelten Tätigkeit nachgehen will - in einer Firma oder gemeinnützigen Organisation etwa. Diese müssen gewährleisten, dass dem Staat Ecuador keine Kosten durch den Aufenthalt des Mitarbeiters entstehen. Hintergrund der Regelung: Die Regierung möchte verhindern, dass Aussteiger oder windige Geschäftsleute ins Land kommen und am Ende dem Staat auf der Tasche liegen. Viel zu erwarten hätte man von der öffentlichen Hand übrigens nicht. Denn das soziale Netz in Ecuador ist längst nicht so dicht geknüpft wie in Deutschland. Mehr als eine Grundversorgung im Krankheitsfall leistet der Staat nicht. Von einer Absicherung bei Arbeitslosigkeit oder Invalidität wie in Deutschland können die Menschen in Ecuador nur träumen.

Einen gewichtigen Unterschied gibt es auch bei der Strafverfolgung. In Deutschland fordern aktuell etliche Politiker die rasche Abschiebung von ausländischen Straftätern. Das gibt das deutsche Gesetz ausdrücklich her. Eine rasche Abschiebung dürfte mancher straffällig gewordene Europäer in Ecuador herbeisehnen. Denn die Haftbedingungen sind hart. Doch die Abschiebung von Strafgefangenen ist die Ausnahme. Eine Haftstrafe muss meist vollständig in Ecuador verbüßt werden, weil es zwischen dem Land und der Europäischen Union kein Auslieferungsabkommen gibt. Die Zahl der europäischen Ausländer in den Gefängnissen Ecuadors ist jedoch gering. Das spricht für die Touristen und Einwanderer aus Europa und ihren Respekt vor den Gesetzen ihres Gastlandes.

Der Schlüssel für die Integration ist ohne Zweifel die Sprache. Wer sich nicht mit den Menschen unterhalten kann, wird nie vollständig in einem Land zu Hause sein. Das gilt für Deutschland genauso wie für Ecuador. Sprachschulen gibt es in dem Andenstaat wie Sand am Meer. Das Erlernen der Sprache bleibt jedem Einwanderer selbst überlassen. Der Staat käme nie auf die Idee, das Sprachstudium von Ausländern finanziell zu fördern, damit deren Integration gelingt. Zudem gibt es keine staatlichen Leistungskontrollen, was die Sprache betrifft. Warum auch? Das regelt sich nämlich von selbst. Wer in Ecuador den Alltag und damit das Leben meistern will, braucht Spanisch, zumindest Grundkenntnisse. Ohne die kommt man nirgends weiter – weder beim Bäcker an der Ecke und schon gar nicht auf dem Amt. Das ist Motivation genug, die Sprache und die Kultur des Landes verstehen zu lernen.

Was Ausländern bei der Integration in Ecuador zu Gute kommt, ist die Offenheit der Menschen. Man nimmt den Fremden wahr, will etwas von ihm wissen, beantwortet seine Fragen, hilft ihm weiter. Offene Feindseligkeiten, vor allem gegenüber europäischen Ausländern, sind den Ecuadorianern fremd. Das widerstrebt ihrem Wesen. Schließlich ist Ecuador selbst ein Potpourri verschiedener Volksstämme. Ein Fremder wird deshalb nicht als Bedrohung gesehen, sondern als Mitmensch. Einer, den Gott ebenfalls geschaffen hat und liebt, wie es in der Bibel steht.

Was das Thema Integration anbelangt, so meine ich, können speziell wir Deutschen viel von den Ecuadorianern lernen. Einerseits gibt es im Land die erwähnten klaren Vorgaben: Wer die Gesetze, Sitten und Gebräuche das Andenstaates nicht respektiert, kann nicht mit Milde oder Verständnis rechnen. Richtig so. Aber andererseits gibt es eben auch die angesprochene Offenheit gegenüber dem Fremden, dem Suchenden.

Es wäre schön, wenn diese beiden Haltungen in Deutschland Raum greifen könnten. Sie würden eine überhitzte Debatte auf eine erträgliche Temperatur abkühlen.



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Die Nachrichten für den 17. Januar 2008

Vulkan speit Feuer und Asche

Die Spannung rund um den Vulkan Tungurahua steigt: Seit Tagen treten aus dem 5000 Meter hohen Vulkan Lava und Asche aus. Einige der umliegenden Dörfer mussten bereits evakuiert werden. Rund 250 Hektar Ackerland sind durch den Ascheregen unbrauchbar geworden. Auch die Touristenhochburg Baños war am Wochenende von einer dichten Staubwolke eingehüllt. Die Vulkanologen befürchten, dass es bald zu einer starken Explosion im Innern des Vulkans kommt.

Lebensmittelpreise steigen spürbar an

Deutliche Mehrausgaben für die tägliche Mahlzeit: Die Lebensmittelpreise in Ecuador sind in den vergangenen Wochen merklich gestiegen. Das Pfund Nudeln zum Beispiel ist in manchen Supermärkten um bis zu 50 Cent teurer geworden. Aufgrund der Preiserhöhungen im Lebensmittelbereich kosten nun auch die meisten Essen in den Tages- und Schnellrestaurants zwischen 30 und 50 Cent mehr

Wirtschaft verlangt Verlässlichkeit der Politik

Sicherheit für Investoren gefordert: Die Wirtschaft Ecuadors ist nicht per se gegen die Politik von Präsident Rafael Correa. Das sagte in der vergangenen Woche ein hochrangiger Wirtschaftsvertreter der Presse in Quito. Wichtig sei, dass im Land nach Inkrafttreten der neuen Verfassung und den folgenden Generalwahlen politische Stabilität einziehe. Investoren benötigten Rechtssicherheit. Sonst würden sie in andere Länder abwandern.

Militärs wünschen sich Wahlrecht

Soldaten wollen an die Urnen: Das ecuadorianische Militär hat in der vergangenen Woche das Wahlrecht für die Angehörigen der Streitkräfte gefordert. Einen entsprechenden Antrag reichte die Militärführung des Landes vorige Woche bei der Verfassungsgebenden Versammlung ein. In dem Gremium sitzen mit Luis Hernandez und Gilmar Gutierrez ehemalige hochrangige Militärs des Landes. Sie sicherten dem Antrag ihre Unterstützung zu. Die Mehrheitsfraktion Acuerdo País signalisierte ebenfalls Bereitschaft, das Anliegen wohlwollend zu prüfen.

Noboa verliert Sitz in der Verfassungsgebenden Versammlung

Dreimaliger Präsidentschaftskandidat außen vor: Àlvaro Noboa, einer der wichtigsten politischen Gegenspieler von Ecuadors Präsident Rafael Correa, hat seinen Sitz in der Verfassungsgebenden Versammlung verloren. Der Grund für den Ausschluss: Er hatte bis Ende voriger Woche nicht wie gefordert seine Vermögens- und Steuererklärung beim Präsidium vorgelegt. Alle anderen Abgeordneten hatten ihre Unterlagen fristgerecht eingereicht. Die Abgabe der Erklärungen waren Voraussetzung für die Ausübung des Mandates.


Quito und La Paz als Spielorte gefährdet

Diskussion über Spiele in großen Höhenlagen: Der südamerikanische Fußball-Verband Conmebol berät in der nächsten Woche ein wichtiges Thema für Ecuador und Bolivien. Es geht um das Ansinnen des Weltfußball-Verbandes FIFA, dass WM-Qualifikationsspiele ab 2750 Meter Höhe künftig nur noch dann zugelassen werden, wenn die Spieler vorher ausreichend Zeit zur Akklimatisierung bekommen. Die Rede ist von mindestens einer Woche. Diese Forderung ist aufgrund des gefüllten Terminkalenders der Profis jedoch kaum umzusetzen. Möglich erscheint deshalb folgendes Szenario: Die südamerikanischen Verbände verständigen sich darauf, Qualifikationsspiele künftig nicht mehr über 3000 Meter Höhe auszutragen. Somit wäre nur La Paz aus dem Rennen.

Sonne und Regen im Wechsel

Zum Schluss wie immer der Blick aufs Wetter: Sonne und Regen haben sich in der vergangenen Woche im Andenhochland abgewechselt. Die meisten Niederschläge fielen jedoch in den Abend- und Nachtstunden. So konnten sich die Straßencafés tagsüber über zahlreiche Gäste freuen, die ihre Mittagspause draußen unter den Sonnenschirmen verbringen wollten.